Guter Unterricht
Ein guter Privatunterricht in Mathematik - ganz gleich, ob er schulbegleitend oder eigenständig erteilt wird, oder ob er als Nachhilfe für schwache oder als Förderung für begabte Schüler eingesetzt wird, besteht immer aus drei Phasen: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung.
Die Vorbereitung
Auf Grundlage von Lernstand, sowie Termin und Inhalt der als nächstes anliegenden Prüfung (Klassenarbeit, Klausur) werden zunächst konkrete und erreichbare fachliche Lernziele für den zu planenden Termin festgelegt. Für diese Lernziele wird dann ein didaktisches Konzept erarbeitet oder ein bereits vorhandenes Konzept zu diesem Thema wiederverwendet und auf die individuellen Bedürfnisse des Schülers angepasst. Danach wird die Methodik im Rahmen der didaktischen Vorgaben ausgewählt und Material und Medien bereitgestellt.
Die Durchführung
Der Schüler wird begrüßt, ggf. nach aktuellen Unterrichtsinhalten (und eventuellen Problemen damit) befragt und der Lehrer gibt einen Überblick über die geplanten Inhalte und Ziele des laufenden Unterrichtstermins. Zum Arbeitsbeginn bekommt der Schüler eine überschaubare Menge des bereit gestellten Materials und die zugehörigen Arbeitsanweisungen. Der Lehrer beobachtet die Bearbeitung der Aufgaben, insbesondere die Arbeitsgeschwindigkeit und steuert den Schüler durch den Plan:
- Hat ein Schüler Schwierigkeiten bei Aufgaben, dann muss er dem Lehrer seine Überlegungen erklären, damit der Lehrer verstehen kann, welches strukturelle mathematische Verständnis dem Schüler fehlt. Der Lehrer muss dann entscheiden, ob er den Schüler ad hoc mit leitenden Fragen zu dem erforderlichen Verständnis führen kann, oder ob und wie er seinen Unterrichtsplan anpassen muss. Möglicherweise ist aber auch der geplante Lernpfad zu steil und der Lehrer muss zusätzliche, einfachere Aufgaben einfügen, um den notwendigen Verarbeitungsprozessen beim Schüler die dafür erforderliche Zeit zu geben.
- Erledigt ein Schüler die Aufgaben jedoch sehr schnell und richtig, dann ist der geplante Lernpfad wahrscheinlich zu flach und der Lehrer sollte solche Aufgaben oder Aufgabenteile entfernen, die zu einfach für den Schüler sind oder aber vertiefende Lernaufgaben einfügen.
Mündliche Instruktion ist so weit wie möglich zu vermeiden.
Stattdessen stellt der Lehrer notwendige Informationen vorzugsweise
als Bild / Diagramm oder Textbeispiel zur Verfügung,
damit der Schüler sie in seiner eigenen Geschwindigkeit aufnehmen kann.
Der Lernerfolg wird durch leitende Aufgaben / Fragen bewirkt,
die den Schüler schrittweise zu den angestrebten Erkenntnissen führen
und ihm das motivierende Erlebnis vermitteln, sich das Wissen selbst erarbeitet zu haben.
Nur das eigenständige Denken und Problemlösen erzeugt die notwendige Vernetzung
mit bestehendem Wissen und damit die volle Integration des neuen Wissens in die
Lebenswelt des Schülers. Dies ist Voraussetzung für die Übertragung der Inhalte
auf andersartige Probleme, wie sie oft in Textaufgaben gestellt werden.
Zum Abschluss erfolgt eine Ergebnissicherung, indem der Schüler zurück blickt und die
erlernten Inhalte mit eigenen Worten wiedergibt oder auf andere Art beweist, dass er
sein Lernziel erreicht hat. Gerade die eigene Formulierung der Lerninhalte
durch den Schüler trägt wesentlich zu einer gründlichen Verarbeitung bei.
Nach Möglichkeit sollte der Schüler auch Hausaufgaben zur Wiederholung und Festigung des Erlernten bearbeiten.
Die Auswertung
Hier muss sich der Lehrer fragen, ob der Schüler die angestrebten Lernziele erreicht hat, gewonnene Erkenntnisse über weitere Stärken oder Schwächen des Schülers notieren und die übergreifende Unterrichtsplanung für die nächsten Termine entsprechend anpassen.